Widersprechen agile Ziele dem iterativen Ansatz, dem Steuern "Auf Sicht"?

Agile Methoden setzen unter dem Wert #Fokus unter anderem auf feste Zeitrahmen. Dieser Zeitrahmen wird jedem Sprint, Schnellboot oder Experiment mitgegeben. Übliche Zeitrahmen für eine Arbeitsphase, die in der agilen Projektmanagement-Methode Scrum Sprint heißen, betragen wenige Tage bis wenige Wochen. Länger andauernde Zeitrahmen werden in mehrere, intervallartige, kurze Arbeitsphasen unterteilt. Diese zeitlichen Zielvorgaben sind fixe Rahmenbedingungen. Auch bei den Kosten werden Zielvorgaben gemacht oder ein Rahmen gesteckt, sonst könnte ja jedes Vorhaben unbegrenzt Ressourcen aus der Mutterorganisation binden. Bei Leistungszielen zum Output oder Outcome sind die agilen Vorgehensweisen offener als die klassischen Methoden. Man stimmt diese leistungsbezogenen Zielgrößen nur für einen sehr kurzen Zeitraum konkret mit dem (internen) Kunden ab und bleibt auf lange Sicht flexibel. Mit anderen Zielgrößen z.B. aus dem Qualitätsmanagement verhält es sich in ähnlicher Weise.

Dieser Umgang mit Zielen ist ein Tribut an die VUCA-Welt, in der sich die Umwelt ständig verändert. Die sich verändernden Umwelt- und Rahmenbedingungen führen zu „moving targets“ oder sich permanent ändernden Zielvorgaben. Häufig missverstanden wird dies als Ausgleich gegenüber mangelnder Kontinuität von unternehmerischen oder organisatorischen Rahmenbedingungen z.B. bei Priorität, oder Ressourcen. Auch wenn es häufig missverstanden wird, bleibt es ein Missverständnis, welches vielleicht auf der Haltung „Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern“ basiert. Der Vorteil agiler Methoden ist, dass sie ihre Ziele in kurzen Zyklen den Entscheidungen aus anderen Bereichen anpassen können. Agile Entscheidungsprozesse können sogar sehr kurze Dauern aufweisen. Beim bekannten Beispiel Buurtzorg* können die Entscheidungen auf Basis eines Beratungsprozessen binnen eines Tages abgeschlossen sein.

Agiles Arbeiten an einer Aufgabe hat daher mehr #Kundenorientierung und Dienstleistungscharakter als Werklieferungscharakter. Dieses Vorgehen erfordert #Mut und baut auf #Vertrauen und #Offenheit. Diese farblich hervorgehobenen Hashtags verweisen auf agile Werte oder agile Prinzipien. Die Werte und Prinzipien bleiben immer hinter den Zielen bestehen und greifen, wenn es keine konkreten Ziele gibt. Zielantinomie (Unvereinbarkeit verschiedener Ziele untereinander) im klassischen Verständnis ist bei agilem Arbeiten, um den Abgleich der Ziele mit den Werten, der Mission, der Absicht und den Prinzipien zu ergänzen. Stellen Sie sich vor, was bei Bosch mit dem Credo „Technik fürs Leben“ („Invented for Life“) möglich wäre oder nicht, ohne eine tiefe Sinnkrise in der Unternehmensgruppe hervorzurufen. Bosch steht hier als bekanntes Synonym für andere Unternehmen und Organisationen, für die meine Lösungen zur Organisationsentwicklung gedacht sind.

4 Zielebenen vom Projekt bis zur Norm

Die vertrauten Zielarten, die man auch als Abfolge zur Konkretisierung von (strategischen) Zielen verstehen kann, gelten unabhängig von der Arbeitsweise. Dies wird Qualitätsmanager-/innen beruhigen, da diese Abfolge auch in viele Qualitätsstandards eingeflossen ist. Generell folgen auch agile Arbeitsweisen Prozessen, jedoch sind diese Prozessmodelle sehr stark verschlankt (lean), um dem Controlling- und Rechtfertigungswahn sowie dem Papierkram entgegenzuwirken. Die Einhaltung des gewählten Prozesses einschließlich des Prinzips „Überprüfen und Anpassen“ ist daher auch bei agilen Arbeitsweisen ein normatives Ziel.

„Bei der Eroberung des Weltraums sind zwei Probleme zu lösen: die Schwerkraft und der Papierkrieg. Mit der Schwerkraft wären wir fertig geworden.“
(Wernher von Braun)

Die bekannte Aufteilung in:

  1. normative Zielebene
  2. strategische Zielebene
  3. operative Zielebene
  4. Projektzielebene

bleibt also auch bei agiler Arbeitsweise gültig. Ändern werden sich jedoch die Inhalte der Ziele. Dieses Zielebenen-Modell eignet sich meines Erachtens gut, um zu sehen, ob die für die Zielerreichung verantwortliche Person auch die erforderliche Legitimation aus der Organisation erhält. Neben meinen Seminaren zum agilen bzw. hybriden Projektmanagement können Sie hierzu z.B. weitere Einblicke im Blogartikel „Projektführung aus Sicht der Geschäftsführung“ gewinnen oder sich über den Einstiegsblogbeitrag „Projektführung und Linienführung in Unternehmen etablieren“ direkt zur vertiefenden Newsletterserie anmelden.

Die 7 Arten von Zielen vom Standort bis zum Outcome

Zur kontinuierlichen Konkretisierung der Ziele in letzten Endes umgesetzte Handlungen und deren Wirkungen nutze ich in der Beratung oder dem Project Coaching gerne die Aufteilung in 7 Zielarten. Hinter diesen Zielarten steht ein zeitlicher Ablauf, der durch Prozessmodelle dargestellt werden kann und sich in ähnlicher Form in verschiedenen Prozessstandards wiederfindet.

  1. Standort / Ausgangslage – Wo stehe ich?
  2. Bedarf / Bottleneck – Wo drückt der Schuh? Was benötigt der (interne) Kunde? Was soll nachher anders sein?
  3. Ziel / Zweck / Vision – Wo soll es hingehen?
  4. Anforderungen – Was brauche ich, um das Ziel zu erreichen? Welche Messgrößen und Zielwerte definiere ich und welche stehen zwischendurch für einen Soll-Ist-Vergleich zur Verfügung?
  5. Lösungen / Handlungsziele – Was möchte ich umsetzen?
  6. Output / umgesetzte Handlungsziele – Was habe ich erreicht? Was übergebe ich dem (internen) Kunden?
  7. Outcome / Wirkung – Welche Wirkung habe ich durch mein Handeln erreicht?

Die 7 Zielarten finden sich auch in der agilen Arbeitsweise wieder. Der Unterschied besteht in der zeitlichen Dimension, da agile Arbeitsweisen kürzere Zeitfenster verwenden, also beispielsweise binnen weniger Tage oder Wochen Handlungsziele umsetzen wollen. Bei länger dauernden Vorhaben wird bewusst der #Fokus auf das nächste ggf. noch übernächste Zeitfenster gelegt. Das zeitlich weiter weg Liegende wird vernachlässigt, weil man eh erwartet, dass sich zwischendurch soviel ändert, dass es für den (internen) Kunden unwirtschaftlich ist, diese ganze Planung mit den Prognosen, Schätzungen, Änderungsfreigaben ständig zu überarbeiten. Dies ist natürlich ebenfalls eine Annahme, daher tut man auch in agiler Arbeitsweise gut daran, diese Annahme zu überprüfen und diese anhand der Risikobereitschaft des (internen) Kunden oder anderer Stakeholder anzupassen.

Inhalte agiler Ziele

Agile Ziele müssen sich inhaltlich nicht von anderen Zielen unterscheiden, z.B. hat Bosch Thermotechnik in England einen Heizkessel mit der agilen Scrum-Projektmanagementmethode entwickelt. Agile Methoden eignen sich nicht nur für die Softwareentwicklung, auch wenn dieser Ursprung z.B. in den agilen Leitsätzen enthalten ist, wie auf dem Bild aus meinen Projektmanagementseminaren ersichtlich ist. In den Leitsätzen verschieben sich #Fokus, Prinzip und die Wichtigkeit.

Der #Fokus verschiebt sich von der Leistung im klassischen Projektmanagement auf die Zeit im agilen Projektmanagement. Das Prinzip „Plan“ ist im klassischen Projektmanagement eine extra Phase, die über mehrere Monate andauern kann. Im agilen Projektmanagement nach Scrum gibt nur das Scrum-Ereignis „Sprint Planning“ mit einer Dauer von max. 8 Stunden bei einem einmonatigen Sprint (Zeitfenster).

Der erste Leitsatz, das „Individuen und Interaktionen wichtiger sind als Prozesse und Werkzeuge„, ist für mich der bedeutendste, da er die Gewichtung nach dem Management 2.0 mit den Ansätzen des Prozess- und Projektmanagements deutlich verlagert. Der Mensch rückt hier aber auch bei der „Zusammenarbeit mit dem Kunden“ stärker in den Mittelpunkt.

Diese Verlagerung macht sich auch in den Methoden bemerkbar, so besteht ein Großteil des Controllings und des Risikomanagements in der Scrum-Methode aus den 4 Scrum-Ereignissen. Die Scrum-Ereignisse bestehen aus besonderen und wiederkehrenden Gesprächssituationen (Meetings).

Agile Werte, agile Prinzipien und agile Organisationen

Kommunikation ist daher auch ein normatives Ziel in den agilen Methoden, welches stets durch die Menschen mit Leben gefüllt werden darf. Normative Ziele sind für die meisten Prozesse und Projekte fest stehenden Rahmenbedingungen, weil diese nicht innerhalb des Prozesses oder Projektes verändert werden können. Dieses Zielverständnis beruht auf einer geläufigen Definition, das Ziele aus zu erbringender Leistung (Scope) / Output, einzuhaltenden Rahmenbedingungen / Einschränkungen (constraints) und sich im Zeitverlauf überholenden Annahmen (assumptions) wie auch Schätzungen bestehen.

Agile Ziele können auch die Einführung oder Veränderungen von agilen Werten, agilen Prinzipien sein oder die Transformation hin zu einer agilen Organisation umfassen. Klicken Sie einfach auf die Links, für weitere Informationen oder kommunizieren Sie direkt mit mir.

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Vom Wasserfall zum agilen Projektmanagement

Vom Wasserfall zum agilen Projektmanagement

Wer vom „Wasserfall“ im Projektmanagement spricht, verwendet dies meist als Synonym für klassisches, lineares  Projektmanagement. Linear verhält es sich, weil es ähnlich wie beim Wasserfall funktioniert, sprich Wasser fällt von oben nach unten. Das Bild „Wasserfall“ steht für mich auch für ein Phasenmodell oder die erste Entwicklungsstufe auf einem Weg bis zur Stufe „live agil“. Diese Entwicklung wird durch verschiedene Modelle, Methoden, Regeln und Techniken auf organisatorischer Seite gekennzeichnet. Gleichzeitig sind auch persönliche, menschliche Entwicklungen betroffen und angesprochen.

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Agiles Führen – Führen auf Augenhöhe – Dienende Führung

Agiles Führen – Führen auf Augenhöhe – Dienende Führung

Führen und Managen wird häufig verwechselt. Managen richtet sich auf das Organisieren von Prozessen mit den dazugehörigen Aspekten Regeln, Kontrolle und Verhaltensanpassung. Führen ist auf Menschen ausgerichtet, die sich auf einem Weg befinden. Manche sprechen auch von Menschenführung, um dies von der Maschinenführung zu unterscheiden. Entsprechend des Titels wendet sich der Artikel an die verwandeten Begriffe agiles Führen, Führen auf Augenhöhe und dienende Führung / servant Leadership mit den Führungsaufgaben. Für die Umsetzung dieser Führungsaufgaben werden verschiedene Führungsinstrumente und Führungstechniken skizziert.

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Agiles Mindset und Autonomie als persönliche und gesellschaftliche Entwicklungsfelder

Agiles Mindset und Autonomie als persönliche und gesellschaftliche Entwicklungsfelder

Jeder Mensch bildete im Laufe seines Lebens eine persönliche Haltung aus. Das agile Mindset basiert auf agilen Werten und Prinzipien.  Das agile Mindset umfasst somit eigene Haltungen, von der ein Mensch im agilen Entwicklungsprozess Teile übernehmen möchte. Er kann auch bemerken, dass diese Haltung eh schon ganz-  oder teilweise zu seiner Haltung passt. Der agile Entwicklungsprozess fördert Autonomie und die Ich-Entwicklung und ein sinnhaftes Umdenken in der Gesellschaft.

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Agile Prinzipien

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Agile Methoden basisieren auf Prinzipien, die durch Werte abgesichert oder um es agil zu sagen mit Leben gefüllt werden. Hier geht es um die agilen Prinzipien losgelöst von einzelnen agilen Methoden.
Schaue rein und erfahre mehr über die agile Weltreise, die aus mehreren Artikeln besteht

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Agile Werte

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Agile Methoden basieren auf Prinzipien und Werten, damit die Werkszeuge innerhalb der Methoden optimal funktionieren können. Je nach Methode werden unterschiedliche Werte genannt, die jedoch in Summe viele Überscheidungen haben. Ich zeige unabhängig von der Methode agile Werte. Schaue rein und erfahre mehr.

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SCRUM-Ethik, agiles Projektmanagement und agile Mindset

Scrum ist eine Methode aus dem agilen Projektmanagement. Die Scrum-Methodik resultiert aus Entwicklungen im Lean Development und basiert somit auf Werten, Haltungen und einem Menschenbild. Kern der agilen Ansätze und Scrum ist das agile, autonome, selbstorganisierende Team. Das Entwicklungsteam oder agile Team lebt und verkörpert die Werte und Säulen von Scrum und wendet Methoden und Techniken in diesem Sinne an. Interessanterweise wird bei der Einführung von agilen Managementmethoden nur die Methode gesehen und weniger die Ethik bzw. die Entwicklung eines agile Mindset, also einer agilen Haltung auf Basis von agilen Prinzipien.

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Agile und digitale Transformation – zwei Aspekte auf dem Weg zu einer postmodernen oder evolutionären Kultur

VUCA-Welt

VUCA-Welt mit altbekannten Einsichten der alten Griechen erklärt. Für heutige Lösungen gibt es frische Ansätze aus der agilen Welt. und dem Spirit der Potentialentfaltung.

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