Führung – von Menschenführung, Führungskultur und Führungsmindset

Führung

Kernverständnis von Führung

Als Einstieg in die Antwort auf die Frage „Was ist Führung?“, beginne ich mit einem Prinzip und nicht mit einer Definition. Eine Definition folgt erst am Ende.

„Ich handle, damit andere tun können.“
(Michael Bone)

ist ein zentrales Prinzip im Verständnis von Führung beim Chancen Navigator. Der #fokus liegt auf Menschen, genau genommen bei anderen und mir. In der Psychologie gibt es den Begriff der Menschenführung, der seit P. Drucker und den 1950ern in der Wirtschaft geläufig ist. Kerngedanke des Führungshandels ist es, andere zu befähigen, ihren Job zu machen oder ins Tun zu kommen. Menschenführung unterscheidet sich daher bspw. von Maschinenführung oder Bootsführung. In der tradierten Sichtweise war es stets Führungsaufgabe, die Ziele zu definieren und anschließend über die Zielerreichung zu wachen. Effizienz ist ein wichtiger Aspekt bei dieser Führungskultur und ebenso die Prozessexpertise. Führungskulturen für komplexere Weltsichten vereinbaren anstelle von Zielen Werte oder Prinzipien und vermitteln Sinn. „Purpose“ ist da ein aktuelles Schlagwort, was man als „Sinnhaftigkeit“ interpretiert. VUCA-Welt, Agilität oder #augenhöhe sind hier Aspekte, die das Führungsmindset der führenden und geführten Menschen prägen. Das Führungsprinzip „Ich handle, damit andere tun können“ passt also im Wortlaut für verschiedene Führungskulturen und Führungssysteme. Die damit verbundenen Bilder und Wertevorstellungen zur Führung werden jedoch sehr unterschiedlich sein. Diese Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten werde ich multiperspektivisch betrachten.

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Führungskräfte, Führung

3 grundlegende Führungsfunktionen

Das Gute schon mal vorweg. Führungsaufgaben gibt es in jeder Führungskultur. Je nach Führungskultur, Führungsmindset und Führungstheorie unterscheiden sich jedoch die Führungsfunktionen, das Führungshandeln, die eingesetzten Führungswerkzeuge, oder deren Gewichtung / Bedeutung. Die 3 grundlegenden Führungsfunktionen sind im Leiten-Führen-Managen-Modell beschrieben. Dieses Leiten-Führen-Managen-Modell ist ein multidimensionales Modell, dass ich sowohl auf mich als mich selbst führende Person anwenden kann, als auch auf andere von mir geführte Personen. Ein einfaches Beispiel aus der Führungsfunktion „Managen“:

  • Ein Kanban-Board kann ich als Tool des Zeitmanagements und Selbstmanagements zur Organisation meiner Tätigkeiten nutzen.
  • Ein Kanban-Board kann ich als Tool in mein Team einbringen, damit die Tätigkeiten im Team organisiert werden können.

Dasselbe gilt für die Führungsfunktion „Leiten“. Wie ist es wohl um die Teammotivation oder den Sinn bestellt, wenn die Führung denkt: „Dieser Quatsch hier bringt ja eh nichts.“? Bei der Führungsfunktion „Führen“ geht es um die Kommunikation, um die Gestaltung von Beziehungen, um das Konflikte Lösen oder um Entscheiden. Führe ich meine inneren und äußeren Dialoge auf #augenhöhe, mit Wertschätzung und Geduld zum Lernen oder appelliere ich an Erwartungen, Pflicht und Tugend und zeige eine vorwurfsvolle Haltung?

„Das Management macht die Dinge richtig. Führung macht die richtigen Dinge.“
(Peter F. Drucker, US-amerikanischer Ökonom) (mehr Zitate zur Führung)

Dieses Modell findet sich bspw. im Seminar „Projektführung auf Augenhöhe“.

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Führungsfunktionen oder Führungskompetenzen

Die Unterteilung der Führung in Führungsfunktionen ist eine Sichtweise. Andere sehen anstelle der Führungsfunktionen die erforderlichen, erwünschten Führungskompetenzen einer Führung. Führungskompetenzen sind die Talente, Potentiale und Fähigkeiten eines Menschen, die in Kombination mit seinem Führungsmindset und seinem gelebten Führungsverhalten zu Ergebnissen führen. Letzten Endes kann man die Führungsfunktion als Anforderung verstehen und die Führungskompetenz als Umsetzung der Anforderung. In diesem Sinne erfährt das „Führen“ verschiedene Erweiterungen oder Interpretationen im Zusammenhang von Führungstheorien, Führungsansätzen und Führungskulturen. Mindful Leadership, sinnorientiertes Führen, Gesundes Führen, Dienende Führung, Corporate Happiness sind hier Beispiele für aktuelle Strömungen zur Führung. Führung wird dementsprechend um „Coachen“, „Empowern“, „Befähigen“, „Visualisieren“, „Facilitation“ erweitert. Beim Chancen Navigator werden diese aktuellen Strömungen zur Führung im „Führen auf Augenhöhe“ und im „agilen Führen“ integriert und für Sie erfahrbar und anwendbar gemacht.

Das Kompetenzmodell hilft Ihnen Führung bspw. in die Fachkompetenz „Führen“, die Methodenkompetenz „agiles Führen“, die soziale Kompetenz in der „Dyade“ und die emotionale Kompetenz „Empathie“ zu unterteilen. So lässt sich ableiten, was aus Sicht der Unternehmensentwicklung, Organisationsentwicklung oder Personalentwicklung erforderlich ist.

Auch wird für die Führung ersichtlich, ob sich aus der #klarheit Anpassungen an den Führungsrollen oder den Führungsaufgaben ergeben. Dies wäre dann „leading my business“ oder „Managen“ im oben gezeigten Dreiklang des Leiten-Führen-Managen-Modells der Führung. Mit Unterstützung des Chancen Navigators ist dies der Einstieg in die Beratung oder das Coaching.

Kompetenzen

Was ist Führung?

Definition Führung

Die Frage „Was ist Führung?“ wird i.d.R. beantwortet mit einer Definition ähnlich dieser hier:

    Führung ist das Vereinbaren von Zielen, Prozessen, Verhalten, Werten und Prinzipien auf Augenhöhe mit allen Führungshandlungen zur Umsetzung der Vereinbarungen unter Anwendung des persönlichen Führungsmindsets.

Diese Definition ist im Hinblick auf (agile) Werte und (agile) Prinzipien weitergefasst als tradierte Definitionen. Das Prinzip Augenhöhe ist hier ebenfalls eine Erweiterung, die eigentlich schon auf die SMART-Regeln zurück geht. Das Führungsmindset blieb hingegen bisher meist unbeachtet, da es ja Führungsleitbilder oder Führungsleitlinien gab.

Führung lässt sich außerdem als Führungssystem betrachten. Die Sicht auf zwei Führungssysteme kommt im Artikel „Projektführung und Linienführung in Unternehmen etablieren“ zum Ausdruck. Der Artikel „Projektführung aus Sicht der Geschäftsführung“ ergänzt Perspektiven der Führungsebenen. Beide Artikel greifen ebenfalls das Thema Führung und Ziele auf, wie auch der Artikel (agile) Ziele.

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Projektführung aus Sicht der Geschäftsführung

„Du bist der Gärtner, der jedes Frühjahr seine Projekte aussäht, um später zu ernten. Gebe Deinen Projekten den Boden, die Luft und das Licht zum Gedeihen und sage auch, ob Du die Schnittblumen oder das ausgereifte Saatgut ernten willst.“ (Michael Bone)

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Projektführung und Linienführung in Unternehmen etablieren

Weitere Impulse bei den Zitaten zum Projektmanagement.

Segelregatta als Metapher für die Komplexität im Wettbewerb

Umwelt der Führung

Führung ist in der VUCA-Welt ein sehr unterschiedlich interpretiertes Wort. Bei einigen wird Führung mit Leitung assoziiert, was für Verwaltung und Organisation steht. Bei anderen steht Managen in Verbindung mit Führung, und ergänzt Leitung um die unternehmerische Komponente mit Verantwortung und Befugnissen. Andere sehen in Führung vielleicht einen Dreiklang von Leiten, Führen und Managen. Das Bild der Regatta verwende ich daher gerne, denn es gibt in der tatsächlichen Realität wie im Bild Segelboote, Tanker, Containerschiffe, Sonne und Regen, Licht und Schatten, Hindernisse, Bojen, … Im Sinne der VUCA-Welt und Führung ist es daher unerlässlich, die natürlichen Isolierungstendenzen von Gruppen, Organisationen und anderen sozialen Systemen im wieder zu öffnen, Silodenken zu konfrontieren und Prozesse, Ziele u. dgl. auf ihre Aktualität und Gültigkeit überprüfen zu lassen. Der Umgang mit diesen Realitäten und Unterschieden / Diversität in der Führung ist ebenfalls ein Aspekt von Führungsmindset und Führungskultur.

Führung

Sinn und Ziele in der Führung

Sinn und Ziele geben den Rahmen für Führungssituationen und Führungshandeln. Idealerweise gibt es eine gemeinsame, auf Augenhöhe entstandene Sinnbasis zwischen der Organisation / dem Unternehmen und der jeweiligen Führungsperson, sowie der geführten Person für das Erreichen der Ziele. Ziele können sehr verschiedene Inhalte haben, was im Artikel agile Ziele beschrieben ist. An dieser Stelle halte ich nur fest, dass Zielsysteme komplex sein können. Das ist gut so, denn nur so kann adäquat auf die komplexe Umwelt der Führung (↑) reagiert werden. Auch der Führungsalltag besteht aus komplexen Führungssituationen.

Führungssituationen entstehen, weil Menschen mit einem Führungshunger / Führungsbedürfnis (vgl. Artikel „Respekt“ – ein agiler Wert für das Miteinander auf Augenhöhe) auf mich als Führungsperson zukommen und Führungshandeln wünschen. Auf der anderen Seite kann ich als Führungsperson ebenfalls Führungssituationen initiieren, um bspw. die Interessen des Unternehmens zu fokussieren oder um das Verhalten von geführten Menschen zu fokussieren. In jedem Fall zeige ich als Führungsperson in einer Führungssituation und in meinem Führungshandeln ein Führungsverhalten, welches dann die Führungskultur in der Organisation bildet.

Die Waage in der Grafik ist die Veranschaulichung für den Reflexionsprozess und Entscheidungsprozess innerhalb des Führungsprozesses. Die Waagschalen stehen für die Bereiche Organisation / Unternehmen und Führungsperson Führungsperson und ergänzen die Definition von Führung. Auf der Waagschale für die Organisation liegen Führungskultur, Führungsfunktionen, Führungsaufgaben und Führungstools. Die Waagschale Führungsperson umfasst Erfahrungen / Potentiale, Führungsmindset, Führungskompetenzen und Führungsverhalten (Führungsstil). Zu Erfahrung und Potentiale gehört auch die In Intuition einer Führungsperson. Intuition ist ein komplexes, mehrschichtiges Phänomen das wunderbar auf komplexe Führungssituationen reagieren kann, allerdings kann es sein, dass Intuition von Weltbildern, Menschbildern oder einer Kultur geprägt ist, die nicht der Führungskultur der Organisation entsprechen. Insofern ist Intuition eine wertvolle Fähigkeit des Menschen, die im Rahmen der Reflexion auf die Passung zur aktuellen Führungssituation geprüft wird. Gerade die agilen Methoden und agile Führung integrieren die kollektive Intuition in die Führungsprozesse, insbesondere in die Reflexionsprozesse.