In der Transaktionsanalyse basieren das Kommuni­ka­tions­­modell und das Struk­turmodell der Psyche auf den Ich­zu­ständen oder dem Ichzu­stands­­modell. Die Ichzustände gehen auf das Struk­turmodell der Psyche nach Freud zurück, allerdings wurden das Struk­­tur­­modell und die Ichzustände von Eric Berne ergänzt, so dass komplette Modelle zur Be­schre­ibung der Psyche und ihrer Sichtbarkeit in der Außen­welt entstanden sind.

Im Kontakt mit der Außenwelt werden Handlungen sichtbar, also letzten Endes verbale und non­ver­bale Kommu­nika­tion, die aus Hal­tungen / Mindset, inneren Wer­ten, Moti­ven und letzten Endes der Persön­lich­keit resultieren. Für die­sen nach außen sichtbarem Be­reich wurde der Begriff Funk­tions­modell geprägt. Vier neue Modelle auf Basis von Effek­tivität, Effizienz, Legalität und Legitimität runden den Über­blick ab.

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Ichzustandsmodell als Basis für Kommunikationsmodell und Strukturmodell der Psyche

Das Ichzustandsmodell ist ein zen­trales Modell in der Trans­ak­tions­ana­lyse. Es basiert auf den Modellen von C.G. Jung, Eric Berne und den Grund­zü­gen des „Functional Fluency Modell“ von Su­san­nah Temple. Im Ver­hältnis zu C.G. Jung wurde ins­be­son­dere der Kind-Ichzustand (K) weiterentwickelt, was zu einer voll­stän­digen Erklärbarkeit mensch­lichen Handelns führte.

Das unerklärliche ES nach C.G. Jung, was für Stephen King eine Inspiration für seinen Roman und die darauf basierenden Horror­filme wurde, kon­nte durch den Kind-Ichzustand aufgeklärt werden. Außerdem konnte man erklären, dass die Fähigkeit „Dagegen“ zu sein oder „Nein“ zu sagen, nicht immer eine (skript-)freie Willensent­scheidung ist, sondern dass beide Reaktionen aus dem angepassten Kind-Ichzustand (aK) stammen, welcher den Impulsen aus einen Eltern-Ichzustand (EL) folgt. Der Erwachsenen-Ichzustand (ER) ist der dritte elementare Ichzustand und ist u.a. für das Entwickeln neuen Verhaltens oder die Weiter­ent­wick­lung des Führungs­mind­sets er­for­der­lich.

Bei den Ichzuständen änderte sich vor allen Dingen die Verbindung zur Spon­tanität (grün), was die pro­duk­tiven Ichzustände im Sinne der Auto­no­mie­ent­wicklung einschließt. Neu ist die Weiter­entwicklung dieses Ge­dan­kens, so dass es nun in allen Ich­zu­ständen konstruktive (grün) und destruktive (weiß) Ichzustandsanteile gibt, ein­schließlich dem Er­wachs­enen-Ichzu­stand.

Das Ichzustandsmodell aus der Transaktionsanalyse findet sich auch in Strukturmodellen, Funktions­mo­del­len und Kom­mu­ni­ka­tions­mo­del­len wieder. Die Ichzustände werden heu­te als Ich-Rollen in Analogie zu sozialen Rollen verstanden und basieren ebenfalls auf der Natur der 3 psychischen Organe. Ichzustände um­fassen daher auch Ichhaltungen im Sinne des Bezugs­rahmens, was ein weiteres, syste­misches Multi­level-Modell ist.

Eltern-Ichzustand – EL

Der Eltern-Ichzustand umfasst die Gesamtheit von Wissen, Werten und Wiegen, im Sinne von ein Kind im Arm wiegen. Unsere Vorbilder, Glaubens­sätze, Ideale, Wert­vor­stel­lun­gen sind Teil dieses Ich­zus­tands. Auch die in­di­vi­du­el­len Vor­stel­lungen einer guten Mut­ter oder eines guten Va­ters werden dem Eltern-Ichzustand zu­ge­ord­net.

Kritischer Eltern-Ichzustand – kEL

Der kritische Eltern-Ichzustand umfasst die Aspekte Werten und Wissen und dient zur Orien­tierung. Gesellschaftlich, traditio­nell betrachtet, umfasst dieser Ichzustand viele männ­liche, väter­liche Eigenschaften und Vorstel­lungen, auch was Durchsetzungs­kraft oder Ent­schei­dungs­ge­schwin­digkeit an­be­langt. Er unter­gliedert sich in zwei weitere Ichzustände.

Überkritischer Eltern-Ichzustand – ükEL (destruktiv)

Überkritisch bedeutet, dass hier hartes Werten oft mit Abwerten, Urteilen mit Vorurteilen und Wissen mit Bes­serwissen ver­knüpft ist, was auch zu schnel­len Ent­scheidungen führt. Die über­mäch­tigen Tyrannen, stren­gen Väter, die Pa­tr­iar­chen, Narzissten, Egomanen und na­tür­lichen Füh­rungskräfte aber auch Lehrer, Ärzte, Rechts­an­wäl­te bildeten diesen Ich­zu­stand in ihrer indivi­duellen Ent­wick­lung stärker aus als andere. Kontrolle und Macht sind we­sent­liche Rollen­perspek­tiven in die­sem Ich­zu­stand. Über­kritisch be­deu­tet auch „über“ die Gren­zen von anderen hin­wegzu­ge­hen. Die Inhalte dieses Ichzu­stands wurden „über“ die Zeit un­reflektiert über­nom­men oder der Inhalt ist „über“ der Zeit. Sprich – die Inhalte dieses über­kritischen Eltern-Ich­zu­stands sind „über“ dem Halt­bar­keits­datum, sind ver­altet und nicht mehr zur aktuellen Si­tua­tion passend.

Orientierung gebender Eltern-Ichzustand – oEL (konstruktiv)

Dieser Ichzustand gibt Kindern, Jobneulingen und auch sich selbst den Raum, die Zeit und die Struktur sich in einer neuen Situation zurechtzufinden. Ein Min­destmaß an Leitplanken wird gegeben, wobei auch Regeln, Werte und Normen eine Rolle spielen. Kontrolle ist hier mehr Controlling und als Hilfe zur (Selbst-)Reflexion ver­standen.

Fürsorglicher Eltern-Ichzustand – fEL

Der fürsorgliche Eltern-Ich­zu­stand umfasst die Aspekte Wie­gen (ein Kind im Arm wiegen) und Werten in Anbetracht des Gemein­wohls. Gesellschaftlich, traditionell be­trach­tet, um­fasst dieser Ichzu­stand viele weib­liche, mütterliche Eigen­schaf­ten und Vor­stellungen. Er un­ter­glie­dert sich in zwei wei­tere Ich­zustände.

Überfürsorglicher Eltern-Ichzustand üfEL (destruktiv)

Überfürsorglich bedeutet hier das allseitige Um­muttern. Heli­kopter­eltern oder Glucken­müt­ter, die einem Kind jeden Raum zum Entfalten, Ausprobieren und Spielen rauben, und Alt­ruistinnen, Kranken­schwestern, Gewerk­schaf­terinnen,  Sekretä­rinnen und andere Menschen mit Helfer­syndrom bildeten diesen Ichzustand in ihrer persön­lichen Entwicklung stär­ker aus als andere. Aus ge­sell­schaft­lich tradi­tioneller Sicht sind hier viele weibliche, müt­ter­liche Qua­litäten verortet. Sicher­heit, Pflicht, Gemeinwohl und Patriotismus oder der hö­here Zweck sind wesentliche Rollenper­spektiven in diesem alt­ru­istisch angehauchten Ich­zu­stand. Überfürsorglich be­deu­tet auch „über“ die Grenzen von anderen und den eigenen hinwegzu­gehen. Die Inhalte die­ses Ichzustands wurden eben­falls „über“ die Zeit un­re­flek­tiert über­nom­men oder der Inhalt ist „über“ der Zeit. Sprich – die Inhalte dieses überfürsorglichen Eltern-Ich­zu­stands sind „über“ dem Halt­bar­keits­datum, sind veraltet und nicht mehr zur aktuellen Situa­tion passend.

nährender Eltern-Ichzustand – nEL (konstruktiv)

Dieser nährende Ichzustand tröstet, spendet Wärme, Zuver­sicht und Vertrauen. Sicherheit und Offenheit bilden die Grund­lage für Beziehungen. Ohne Selbst­auf­op­ferung über­nimmt die­ser Ichzustand Ver­ant­wortung für andere im ver­ein­barten Maß. Die­ser Ich­zu­stand ermutigt, Neu­es aus­zu­pro­bieren oder einen neu­en Ver­such zu starten.

Erwachsenen-Ichzustand – ER

Der Erwachsenen-Ichzustand ist mein Handeln und Sein also mein ICH und SELBST im Hier und Jetzt. Der Erwachsenen-Ich­zustand bil­det objektive Ur­tei­le, Hand­lungen oder Ge­dan­ken­konstrukte auf Ba­sis von Wer­ten, Ratio und Emo­tionen. Die Reflexionsfähig­keit, das pro­zedurale Lernen und die Fähig­keit zur Reifung in Ent­wick­lungs­sprüngen / Entwick­lungs­schüben werden hier phäno­me­no­logisch ver­ankert.

ER+ (konstruktiv)

Der Erwachsenen-Ichzustand mit seinen konstruktiven An­tei­len konsultiert die anderen Eltern- und Kind-Ichzustände im Rahmen eines internen Be­ra­tungs­pro­zes­ses und Ent­schei­dungs­prozesses für eine an­ge­mes­sene zur ak­tuel­len Situation passende Reaktion oder Aktion. Der ER+ ist sich dabei ein­schrän­kender, limitierender Ein­flüs­se aus der individuellen Ver­gan­genheit bewusst und be­wer­tet diese situationsange­mes­sen neu. Das agile Prinzip Über­prüfen und Anpassen ist Teil des Arbeitens des Er­wachsen­en-Ichzustands bis es nicht mehr als situations­angemessen, hilf­reich, kon­struk­tiv bewertet wird. Das ER+ würde dann folglich das Prinzip und die dahinterliegende Werte im EL neu bewerten und ak­tua­li­sieren oder ersetzen.

ER- (destruktiv)

Der Erwachsenen-Ichzustand mit seinen destruktiven An­teilen bil­det vermeintlich objektive Ur­te­ile, Handlungen oder Ge­dan­ken­kon­strukte, die im Sinne des Trü­bungsmodells in der Trans­ak­tions­analyse ge­trübt oder kontaminiert sind. Eine oft auftretende Konta­mi­na­tion be­steht z.B. darin, die Ge­füh­le jetzt mal außen vor zu las­sen, weil sie nichts zur Sache tun. Eine an­dere häu­fig zu be­obach­tende Konta­mi­na­tion im unter­neh­merischen Denken ist die Limi­tierung der Ent­schei­dungs­ba­sis auf die Kosten­per­spektive, oh­ne an­dere Per­spek­tiven oder Wer­te wie Di­ver­si­tät oder Multi­per­spek­tivität in der VUCA-Welt zu berück­sichtigen. Auch negative Projek­tionen und Ängste auf Basis der Vergangenheit be­ein­flus­sen im­mer wieder in situa­tions­un­an­gemessener Weise un­ser Denken und Handeln, was Teil des ER- ist.

Kind-Ichzustand – K

Der Kind-Ichzustand umfasst Genießen, Lebensfreude, Bin­dungs­fähigkeit, Heiterkeit, Brav­heit, Folgsamkeit, Leiden, Re­bellion, Sabotieren und Strah­len. Der Kind-Ichzustand bildet die Brücke zum Körperlichen, zur Physis und demzufolge zu Af­fekten, Emotionen und Ge­füh­len. Der Kind-Ichzustand ent­hält auch das individuelle Sammel­surium der per­sön­lichen Entwick­lungs­geschichte und die bei Ent­wick­lungs­schrit­ten nicht inte­grierbaren Per­sön­lich­keits­an­tei­le ein­schließ­lich Trau­ma­ta.

Der Kind-Ichzustand wird im ersten Schritt in freier Kind-Ichzustand (FK) und an­ge­pass­ter Kind-Ichzustand (aK) un­ter­schie­den. Allerdings wird nur der aK in einem weiteren Schritt in zwei Ichzustände (bK und rK) unterteilt, deren Gemeinsam­keit das Folgen und die Be­zie­hungs­fäh­ig­keit ist.

freier Kind-Ichzustand – fK

Der freie Kind-Ichzustand wird auch als natürliches Kind bezeichnet.  Der freie Kind-Ichzustand um­fasst das Genießen, die Le­bens­freude, die Heiterkeit und das Spie­len. Er ist so­mit der En­er­gie­spen­der, der Re­sili­enz-Faktor und Ur­sprung in­trin­sischer Mo­ti­va­tion. Er un­ter­glie­dert sich in zwei weitere Ich­zu­stän­de.

fK+ (konstruktiv)

Das glückliche, freie, na­tür­liche, spontane Kind zeigt Lebensfreude, Be­gei­sterung, Spaß, La­chen, Spie­len und Krea­ti­vi­tät. Tan­zen, Ma­len, Sin­gen und an­deres ge­hört da­zu, so­fern Selbst­ausdruck, Selbst­ent­fal­tung, … nicht die Grenze der na­tür­lichen und konstruk­tiven Scham ver­letzen oder ein „Kater“-Gefühl oder Reue­ge­fühl aufkommt.

fK- (destruktiv)

Die Spaßorientierung ist auch in diesem destruk­tiven, ultrafreien Kind-Ich­zustand gegeben, al­ler­dings in dem Aus­maß von „Spaß, bis es blu­tet“. Da­bei sind dann ei­gene wie frem­de Ver­let­zungen in glei­cher­wei­se un­be­deu­tend. Auch „die, die im­mer lacht“, be­findet sich wohl häufig in die­sem Ich­zu­stand und rea­giert situa­tionsunange­messen.

braver Kind-Ichzustand – bK

Der brave Kind-Ichzu­stand ist Kern unserer Brav­heit, Folgsamkeit und Kompro­missfähigkeit so­wie unserer Be­zie­hungs­fähigkeit auf Ba­sis der Bin­dungsfähigkeit. Die An­pas­sungsfähigkeit und Intergrationsfähigkeit in so­ziale Systeme ist hier angesiedelt. Er unter­glie­dert sich in zwei weitere Ich­zustände.

bK+ (konstruktiv)

Als soziales Wesen inte­grieren wir uns in soziale Systeme, angefangen bei der Familie und später in Partnerschaften oder Un­ter­nehmen. Die Fähigkeit sich anzupassen, Kom­pro­misse zu finden oder auch mal das zu tun, was für das soziale Ge­ge­nüber bedeutsam ist, ge­hören zu den wachs­tums­för­dern­den Eigen­schaf­ten die­ses glück­lichen, bra­ven Kind-Ichzustands. Ver­trauen, Of­fen­heit und Be­zieh­ungs­fähig­keit sind Teil die­ses Ichzustands.

bK- (destruktiv)

Die ultrabraven Ichzu­standaanteile werden oft als „Opfer“ identifiziert. Sie befinden sich in einer Über­anpassung, in Angst vor der Öffnung gegen­über Neuem und leiden. Ähnlich wie beim üfEL werden eigene Be­dürf­nis­se nicht mehr gesehen. Man wird Teil von Jam­mer­clubs und Ja-Sa­ger­*in. Es findet Ver­wick­lung statt Ent­wickl­ung statt, denn Ab­häng­ig­keits­ge­flech­te ent­stehen, was auch Maso­chis­mus ein­schließt.

rebellischer Kind-Ichzustand – rK

Der rebellische Kind-Ich­zustand umfasst eben­falls vorhersehbare Folg­sam­keit allerdings ge­paart mit Un­ab­häng­ig­keits­as­pek­ten. Die Fäh­ig­keit sich ab­zu­gren­zen wird diesem Ich­zustand zu­ge­ord­net, ge­nauso wie das zwei­te Ges­icht. Er un­ter­glie­dert sich in zwei wei­tere Ich­zustände.

rK+ (konstruktiv)

Das rK+ ist ein sich gegen Ende der Adoleszenz und langsam entwickelnder Ich­zustand. Er umfasst das Auflösen von Ab­häng­ig­kei­ten, z.B. zum El­ternhaus, das sich Ab­gren­zen, das sich von an­deren Lösen, das Los­las­sen von Werten und Traditionen. Das Ein­ste­hen und Einfordern der ei­genen Grenzen und Be­dürf­nisse ohne negativen Egoismus und ohne Kampf als beste Ver­tei­di­gung sind wichtige Ei­gen­schaf­ten eines Indi­vi­du­ums in einem gesun­den, konstruktiven, sozialen Sys­tem. Grund­sätz­lich ver­än­dern sich die Rol­len­be­schrei­bun­gen für die Ich­zustände je nach Alter bzw. Entwicklungsstand. Ein drei­jähriges Kind schrei­end und um sich schlagend auf dem Su­permarktboden ist situa­tionsangemessen und da­her konstruktiv, bei ei­nem Er­wachs­enen wäre dies nicht mehr so.

rK- (destruktiv)

rK- bleibt oft zeitlebens ak­tiv, wenn man vor Wut um sich schlägt oder trot­zig und schreiend auf dem Boden liegen bleibt, wie ein drei­jähriges Kind oder im Da­gegen-Modus ver­harrt (vgl. rK+). Auch viele einsame Wölfe, die sich durch das Leben beißen, bilden diesen Ich­zustand stärker aus oder switchen in den gesell­schaft­lich aner­kannteren ükEL-Ichzustand. Passive Ag­gressivität, (unbe­wus­ste) Sabotage von sich selbst und anderen ge­hören zu diesem Ich­zu­stand, genauso wie Ironie, schwarzer Humor u. dgl., da hier stets das Eigent­liche verdeckt wird, wie beim zweiten Gesicht. Strahlen und sich über andere erheben sind eben­falls destruktive Er­schei­nungs­formen dieses Ichzu­stands bis zum Sa­dis­mus.

Kommunikationsmodell und Strukturmodell der Psyche im Lichte der Transaktionsanalyse 3.0

Das psychische Leben eines Men­schen beginnt aus der Struktur­per­spektive mit einem Ichzustands­sys­tem K0-ER0-ELbereits pränatal im Mutterleib und entwickelt sich im Idealfall zyklisch bis zum Tod weiter. Es gibt verschiedene Modelle zur Ichentwicklung und Per­sön­lich­keits­entwicklung vom Säug­ling bis ins Erwachsenenalter, die sich fort­wäh­rend weiterentwickeln. Bei dem Vater mit Kind auf dem Arm im Bild wurde ein K6-ER6-EL6 Ichzustands­system als aktueller Entwicklungsstand abgebildet. Diese Nummerierung dient beispielhaft zur zusätzlichen Veran­schaulichung der Entwick­lungs­sprünge. Auch die größeren Kreise stehen für die Ent­wick­lungs­sprün­ge, denn jede neue Stufe enthält die alte Stufe und ergänzt diese um eine neue Di­men­sion, wie der Ent­wick­lungs­sprung vom 2D- zum 3D-Film.

Möchtest Du einen Blick auf Dein aktuelles Strukturmodell der Psyche werfen, dann entscheide Dich für das Egogramm.

Persönlichkeitsentwicklung, Coaching, Transaktionsanalyse

Kommunikationsmodell / Funktionsmodell und Strukturmodell in der Transaktionsanalyse 3.0

Der ursprüngliche Sinn der Unter­teilung von Funktionsmodell und Strukturmodell lag in der Auf­tei­lung der Wie-Frage und der Was-Frage. In der Transaktions­analyse 3.0 wur­den daraus Ef­fi­zienz­mo­dell (Wie) und Ef­fek­ti­vi­täts­mo­dell (Was). Außer­dem ist noch Platz für ein Legali­tätsmodel (EL-Systeme bspw. für Werte und Sinn) und ein Legitimitätsmodell (K-Systeme bspw. für Motivation, Akzeptanz, Bedürfnisse) ent­stan­den, so dass wichtige Ele­men­te für den (agilen) Kul­tur­wan­del, die Stra­te­gie­be­ra­tung und an­dere tief­grei­fen­de Ver­än­derungs­pro­zes­se in die Trans­ak­tions­ana­lyse 3.0 ein­ge­flos­sen sind. Bei Fra­gen, ein­fach Kon­takt mit mir auf­neh­men.

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Das Effizienzmodell ist ein Kommu­nikationsmodell, denn es be­schreibt die Interaktion einer Person A mit einer Person B, wobei Person B stell­ver­tretend für die Umwelt steht. Effizienz ist mit der Wie-Frage ver­knüpft und hier beschreibt sie, wie die verbale und nonverbale Kommuni­kation statt­findet. Das Effizienzmodell gehört daher zur Gruppe der Funktionsmodelle. Gleich­zeitig ist es die Schnittstelle zu den Struktur­mo­del­len, denn alle Versuche einer Person B das Strukturmodell der Psyche direkt zu erkennen, sind letzten Endes Ablei­tungen aus dem nach außen sichtbaren Effizienz­mo­dell ein­schließ­lich des in­te­grier­ten Be­zugs­rahmens.

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Die Was-Frage ist mit Effektivität ver­knüpft und auch mit der Frage Wer-macht-was? Insofern ist das Effek­tivitätsmodell mit dem Erwachsenen-Ichzustand (ER) ver­knüpft, da dieser als Zustand des Hier-und-Jetzt gilt und Entscheidungen auf Basis einer realen Situation fällt. Auch Neu­ent­schei­dungen oder Lernen ist hier angesiedelt, denn als Selbst­steu­erungs­zentrale ist das ER versucht, stets Kongruenz im Ichsystem und Gehirn aufrechtzuerhalten oder durch Lernen wieder herzustellen. Die Wer-macht-was-Frage wird auch im Ef­fek­ti­vi­tätsmodell geklärt, denn das ER hat Zugriff auf die anderen Ichzu­stände und integriert diese in einem objektiven, intrapsychischen Bera­tungs­prozess mit an­schließen­dem Ent­schei­dungsprozess. Manch­mal kann einem hierbei die ei­gene Ver­gan­gen­heit (bspw. bKn-5) oder die eigene Perspektive (bspw. ELn-2) einen Strich durch die Rechnung ma­chen, so dass man von Trübung oder getrübtem ER spricht. Das Effek­ti­vi­tätsmodell ist ein Strukturmodell der Psyche.

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Das Legalitätsmodell steht für Orien­tierung, Rechtschaffenheit, Werte, Sinn, aber auch für Rollenvorbilder, kulturelle / gesellschaftliche Nor­men und Tabus und andere über­nommene Anwei­sungen, was so richtig oder falsch ist. Auch Denkverbote, Verbote zu Fühlen und andere destruktiven Vorstellungen werden hier deutlich und „auto­matisch“ um­ge­setzt. Wird das System aktiviert, werden also „fertige“ Inhalte ausgewählt und wie­der­ge­ge­ben. Reflexion mit einer Neu­be­wer­tung findet also im Lega­litätsmodell meist nicht statt. Aller­dings kann innerhalb der aktivierten Eltern-Ichzustände die Dis­sonanz so groß werden, dass keine Antwort gefunden werden kann und das ER und somit Lernen im Sinne des Effektivitäts­modells möglich wird. Der betrachtende Mensch kann außer­dem übersehen, dass ein neuer, ak­tua­lisierter Inhalt des Ethos aus dem ER wiedergegeben wird.

Das Legalitätsmodell ist ein Struktur­modell der Psyche. Allerdings ist es ein Teilmodell, welches auch sehr gut als Kommunikationsmodell dienen könnte, denn Tratsch- und Klatsch­ge­spräche, Stammtischge­spräche und manche politischen Debatten oder Wider­standsdis­kussionen finden in­ner­halb dieses Legalitätsmodells statt.

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Wird die intrinsische Motivation ge­weckt, erfolgt dies über die Kind-Ichzustände im Legitimitätsmodell bis zum Ego, dem Ich und der Kör­per­erfahrung. Durch Be­geis­terung, Neu­gier und kindliche Freude steckt hier viel positive Energie in den ent­stehenden wohl­tu­en­den und Energie spen­den­den Impulsen. Al­ler­dings gehört auch er­lern­tes Verhalten durch extrinsische Moti­vation zu den Antworten aus dem Legitimitäts­mo­dell. Auch Stimuli und Reaktionen auf Basis von alten Erfahrungen, die einen wie Gummi­bänder in ver­gan­gene Situa­tionen zurückziehen, ent­stehen im Legitimi­täts­modell. Auch nicht auf­gelöste Traumata wirken über die Kind-Ichzustände und wer­den über Verhalten und Kommuni­kation in der Umwelt sichtbar.

Generell ist das Legitimitätsmodell daher ein Strukturmodell der Psyche für den Teil des eigenen Erfahrungs­schatzes ab den frühkindlichen Kör­per­erfahrungen, Potentialentfaltung, Motivation und auch sabotierendes Verhalten, Rebellion, Manipulation und versteckte Aggression. Für Gespräche unter Fans oder im Jam­mer­club könnte es auch als Kom­munikationsmodell dienen, denn bei bei­den Gesprächs­partnerinnen und Ge­sprächspartnern wird dasselbe Sys­tem aktiv sein.